Talk to me – Präsentation der Projekte

Im Rahmen der Hochschulkooperation My HoMe is my BURG präsentierten die Studierenden im Juli 2021 ihre Projete aus dem Seminar „Talk to me“. Unter der Leitung von Natalie Sontopski und Amelie Goldfuß entwickelten sie in interdisziplinären Teams mit Hilfe einer Mischung aus experimentellen Formaten, spekulativen Elementen, angewandter Praxis und vertiefter Theorie neue, vielfältige Konzepte. Ziel war es, gängige Annahmen über Technik zu verlernen – und dabei Konzepte von Sprache, Gender und Design zu hinterfragen. Die Teilnehmer*innen waren Studierende des Industriedesigns von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und Studierende der Angewandten Medien- und Kulturwissenschaften von der Hochschule Merseburg.

Im Projekt „Talk to me“ haben wir uns Sprachassistenten, Smart Speaker und Chatbots genauer angeschaut: Warum sind die meisten Sprachassistenten weiblich? Warum müssen künstliche Assistenten überhaupt vermenschlicht werden? Warum leben sie in Zylindern? Was sind die sozialen und politischen Dimensionen dieser Technologie? Wie können wir Themen wie den sorglosen Umgang mit Nutzerdaten, den enormen Verbrauch von Ressourcen wie Energie und Rohstoffen und die Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft angehen? Können Strategien der Spekulation als Werkzeug feministischer Kritik im Umgang mit Sprachassistenten genutzt werden?

Voraussetzung dafür war eine kritische Auseinandersetzung mit Theorien und Konzepten aus den Bereichen Voice Tech, Machine Bias, Maschinenethik, feministische Science-Technology-Studies und Privacy Politics. Es gab Workshops zum Prototyping von Chatbots, zum Training von Sprachmodellen mit maschinellem Lernen und zum erfolgreichen Aufbau interdisziplinärer Zusammenarbeit.

In der praxisorientierten Forschung gingen die Studierenden folgenden Fragen nach: Wie könnten alternative Wege zur Entwicklung und Gestaltung von Sprachassistenten aussehen? Wo liegt das pragmatisch-nützliche, wo das poetisch-narrative Potenzial von Sprachassistenten? Wie können wir es zum Vorschein bringen? Wie kann der Stimme eine Form gegeben werden? Welche Alternativen sind es wert, erforscht zu werden?

Das Ergebnis des Semesters sind Entwürfe, Versuchsreihen, Prototypen, Performances, Geräte, Interfaces, aber auch ein tiefes theoretisches Verständnis von Chatbots, Sprachassistenten, Bias …

Mehr zu den Projekten der Studierenden erfahren Sie auf der Projektwebsite oder im virtuellen Ausstellungsraum bei Gathertown. Die Videos zu den Projekten finden sie hier: