Autor: jndl

Roundtable: Künstliche Intelligenz von und für Frauen*

Namensschild KI Roundtable Europäische Komission

Die deutsche Vertretung der Europäischen Komission veranstaltete anlässlich der Operationalisierung des Weißbuches für Künstliche Intelligenz in Kooperation mit dem AI & Society Lab am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft einige Roundtables. Hier sollten verschiedene Perspektiven rund um KI von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur diskutiert werden.

Das Kompexlabor Digitale Kultur in Vertretung von Natalie Sontopski war am 13. Oktober eingeladen beim Roundtable „Frauen und KI“ einen Impulsvortrag zu Femtech zu halten. Neben fehlender Diversität bei Investor:innen und in den Softwareprogrammierabteilungen kritisierte Natalie Sontopski die oft intransparente Verwendung von Daten bei Femtech und forderte dazu auf, statt in Produkte und Unternehmen in eine nachhaltige Verbesserung und unterrepräsentierten Gruppen und Themen zu investieren.

Ziel der Veranstaltung war es, einen Austausch über KI anhand konkreter Beispiele aus der Praxis zu initiieren, persönliche Kontakte zwischen den Teilnehmer:innen zu stärken, um gemeinsame Initiativen anzustossen und eine interdisziplinäre Diskussion über die Stärkung einer ermächtigten KI-Praxis für eine aufgeklärte Zivilgesellschaft.

Quantified Self und Schlaf.

Health App

Zum diesjährigen virtuellen Soziologiekongress vom 14.-24. September hat Prof. Stefan Meißner einen Vortrag zur gegenwärtig verstärkt zu beobachtenden Schlafvermessung via Smartphones, Tracker, Brillen, Ringen oder Unterlagen gehalten. Dabei stellte er die These in den Vordergrund, dass mithilfe der Selbstvermessung des prinzipiell unverfügbaren Schlafs dieser insoweit verfügbar gemacht werde, als dass ein spezifisches Schlafwissen generiert wird, dass zum einem distanzierteren Verhältnis zum eigenen Schlaf führt. Dies hätte jedoch zumeist keine selbstoptimierende, sondern eher eine therapeutische Wirkung.

Das Komplexlabor kooperiert mit dem Eigenbaukombinat Halle e.V.

Das Eigenbaukombinat (EBK) in Halle (Saale) ist eine Mitmachtwerkstatt, ein Ort an dem sich Maker und Hacker der Region treffen um ihre eigenen und gemeinsamen DIY-Projekte voranzutreiben. Dabei bietet es neben der Möglichkeit Holz und Metall zu verarbeiten auch Stationen für Näh-, Audio- und Videoarbeiten und schwerpunktmäßig dem „Hardwarebasteln“ mit Lötkolben und Co. Verteilt über mehrere Etagen kann man sich mit einem riesigen Fundus an Bauteilen und Werkzeugen vertraut machen. Diese können dann nach fachgemäßer Einführung in Eigenverantwortung genutzt werden. Wieso also nicht diese Potenziale auch für die Hochschule nutzbar machen und im Gegenzug die Hochschule in die Region tragen?

Daher freuen wir uns sehr, die Kooperation der Hochschule Merseburg (HoMe), vertreten durch das Komplexlabor, mit dem EBK bekannt geben zu dürfen.

Was umfasst diese Kooperation?

Der grundlegende Gedanke hinter der Kooperation war der Wunsch Synergien zwischen den beiden Orten im Kontext der digitalen Kultur herzustellen. Das kann z. B. in Form eines Seminars geschehen, welches dann in den Räumen der Werkstatt fachkundig von den Mitgliedern des EBKs betreut würde. Studierende würden ihre Projektkonzeptionen in die Praxis bringen, ausprobieren und testen, ohne dass sie Mitglieder des EBKs sein müssen oder auch in Form einer Unterstützung bei Fachtagungen durch Mitglieder des EBKs. Die HoMe wiederum unterstützt das EBK indem Geräte und Technik angeschafft werden und verspricht Akteuren im EBK mit Weiterbildungen und weiteren Unterstützungen zur Seite zu stehen.

Pilot 1 – Lötofen

Mit der Beschaffung eines „Lötofens“ sind wir bereits in die erste Phase dieser Kooperation gestartet. Dieser ermöglicht das Bestücken von Leiterplatten mit sehr kleinen Bauteilstrukturen, dem sogenannten SMD-Löten. Man findet immer häufiger DIY-Bausätze mit diesen kompakten Bauteilen. Ein Trend aus der Industrie, der auch vor dem Making-Bereich keinen Halt macht. Und kaum war der Lötofen ausgepackt, so wurde er von Vereinsmitgliedern bereits in „Beschlag“ genommen, umgebaut und autodidaktisch Wissen aufgebaut, mit welchen Einstellungen und Werkstoffen, die besten Resultate erzielt werden.

Pilot 2 – Seminar: Digitale Kultur, DIY, Makerkultur

Neben dem Vorzug des EBKs eine gut ausgestattete Wunderkammer der Technik zu sein, bot sich die Gelegenheit für das Makerkultur-Seminar eine Art Testballon zu sein. Zusammen mit einem Studierenden entstand an einem Nachmittag ein funktionaler Prototyp eines Drumcomputers, welcher in die Grundlagen der elektronischen Musik einführt und von der Gruppe als ein Vehikel medienpädagogischer Methoden konzipiert wurde und wird. (Work in progress 😎)

Ansprechpartner

Die Kooperationspartner werden seitens der HoMe von Professor Dr. Stefan Meißner und Daniel Havlik vom Eigenbaukombinat vertreten. Ansprechpartner in Merseburg ist der Projekt-Mitarbeiter Maksim Bronsky (Steffen Hönig)

Digitaltag 2020: Komplexlabor im Podcast des Academic Lab Leipzig

Komplexlabor Digitale Kultur

Anlässlich des bundesweiten Digitaltages am 19. Juni 2020 war Natalie Sontopski, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Komplexlabor Digitale Kultur, eingeladen zusammen mit Julia Hoffmann und Lukas Schroll (Universität Leipzig) zu den Themen digital literacy, Digitalisierung und digitale Lehre im Podcast des Academic Lab der Universität Leipzig zu diskutieren.

Jetzt anhören!

Der Gesprächseinstieg war die Frage nach digitalen Kompetenzen und digital literacy. Müssen wir wirklich alle Code schreiben können? Oder reicht ein grundlegendes Verständnis von Code und Software-Programmierung, um aktiv im digitalen Raum partizipieren zu können? Spannend in dem Kontext war die Feststellung, dass alle drei der Meinung waren, dass nicht jeder programmieren müsse, es aber enorm wichtig sei zu wissen, was programmieren und Code eigentliche bedeuten. Ein anderer Punkt, der die Teilnehmenden der Diskussion bewegt, war die Frage der Digitalisierung. Lucas Schroll warf zum Beispiel die Frage auf, ob den wirklich jeder wisse, was mit Digitalisierung gemeint ist, während Julia Hoffmann sich dafür aussprach, nicht einfach nur Geräte wie Computer und iPads für Schulen und Universitäten anzuschaffen und die didaktischen Grundlagen digitaler Lehre außer Acht zu lassen. Die Konsequenzen sind unter anderem während der Corona-Pandemie sichtbar geworden: Analoge Lehre kann nicht 1:1 auf digital übertragen werden. Deswegen reicht es nicht, nur eine digitale Infrastruktur zu etablieren. Lehrende müssten auch in Methoden geschult werden und neue Vermittlungsformate eingesetzt werden.

Die Diskussion hat allen Teilnehmenden viel Spaß gemacht und neue Perspektiven eröffnet und kann online angehört werden.

Diskussion: Auswirkungen der Digitalisierung auf die Hochschule und die Lehre?

Digitalisierung Lehre

In dieser Lunch Lecture beschäftigt sich Prof. Dr.-Ing. Lutz Klimpel mit der Frage nach den „Auswirkungen der Digitalisierung auf die Hochschule und die Lehre?“.

In einer gemeinsamen Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Ulf Schubert, Prorektor für Studium und Lehre der Hochschule Merseburg, und Prof. Dr. Stefan Meißner, Professor für Medien- und Kulturwissenschaften, wird es das Thema der Digitalisierung von Hochschule und Lehre betrachten und diskutieren. Moderiert wird die Diskussion von Andreas Kröner (Leiter Weiterbildung/HoMe Akademie).

Bild: Photo by The Climate Reality Project on Unsplash

Komplexlabor Digitale Kultur auf ZEIT Online

Code Literacy Zeit Online

Die Erkenntnis, dass es ohne digitale skills nicht geht, ist in der deutschen Bildungslandschaft angekommen. Nur, welche Fertigkeiten sollen in Zukunft gefördert werden? Bereits auf der re:publica 2019 sprach Natalie Sontopski vom Komplexlabor Digitale Kultur über Code Literacy. Bei der Recherche für einen Artikel stolperte der Journalist Jakob von Lindern über ihren Vortrag und bat sie um ein Gespräch. Einige Zitate daraus finden sich in diesem Artikel auf ZEIT Online.

(Foto:  John Schnobrich on Unsplash)

Veröffentlichung „Hey Siri?!“

Hey Siri Kursbuch Artikel

Der Artikel „Hey Siri?! Wie KI tradierte Rollenmuster zementiert“ erschien in der Ausgabe 199 des Kursbuchs, das Texte rund um das Thema „Unglaubliche Intelligenzen“ versammelte.

„Während die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in weiten Teilen schon zu Prophezeiungen der maschinellen Machtübernahme führt, ruft Natalie Sontopski in ihrem Beitrag in Kursbuch 199 zum Innehalten auf: Sind wir zufrieden mit den Geräten maschinellen Lernens, die aktuell unseren Alltag gestalten? Waren wir intelligent genug, die Maschinen mit objektiven Datengrundlagen auszustatten? Oder beobachten wir an Siri und Co., an Bewerbungssoftware und ersten humanoiden Robotern nicht viel eher eine bedenkliche Reproduktion längst überwunden geglaubter Geschlechterdiskurse?  „

Den ganzen Text „Hey, Siri?!“ gibt es online hier zu lesen.

Photo by Sebastian Scholz (Nuki) on Unsplash

Vortrag über Code Literacy auf der re:publica 19

Komplexlabor-Mitarbeiterin Natalie Sontopski hielt im Mai 2019 auf der re:publica 19 einen Vortrag zum Thema „Disrupting Education: Learn to code!„. Ihr Vortrag widmete sich der digitalen Bildungspolitik, insbesondere wie die Beteiligung kommerzieller Tech-Unternehmen bei Programmierangeboten an Schulen vertretbar sei. Der Vortrag wurde auf englisch gehalten.

Disrupting Education

„The era we live in has seen flat and falling incomes and has made it more difficult for young people to land high-level jobs. So parents ask themselves: If good education is not enough anymore what skills does my child need for a financially secure future? The promise of teaching children to code seems to provide a new path: Programmers are scarce and sought after.
And just like that, Silicon Valley has found a new business model: powerful players like Google, Microsoft or Facebook are now concentrating their efforts on disrupting digital education. They are investing in initiatives like code.org, which provides free tutorials for kids and teachers about coding. This development is a double-wedged sword. One the one hand children should absolutly learn to code. As citizens living in a digital world they should at least know about the ones and zeroes this world is build on. But on the other hand, public schools in most western industrialized countries failed to provide sensible digital education. So corporations stepped in and provided financial support and human resources.
In my talk I will analyze coding initiatives and their goals. Their message sounds ideal: They want to teach kids not just to code, but also foster innovation and openness, promote an understanding of how to participate in the digital world and finally fight for more diversity and inclusion. But what if some hidden agenda lies underneath this slogans? I want to provide a much needed critical approach about the motives of corporations and non-profits concerning digital education.“

Bild: (c) republica